öffne meine hand und sehe etwas, was vorher noch nicht da war: eine neue falte in meiner handfläche. sehe die falte und denke mir, dass die letzten tagen in argentinien von einer inneren unruhe geprägt waren. noch meine freunde alle sehen, die dem weggehen wehmütig entgegenschauen. noch meine familie sehen, die traurig ist, weil nun ein echter Gaetan einfach so weggeht.noch die kinder sehen und sich fragen, wann wirst du diese wieder sehen. wenn die wüssten, wie es dort aussehe wo ich hingehe. wie schwer es ist sie nicht mehr jeden tag zu sehen. für sie war es nur ein kurzer abschnitt ihres leben. vielleicht ist was hängen geblieben, vielleicht konnte ich wirklich was weiter geben an die zukunft argentiniens. wo all diese kinder stehen werden, dass kann man überhaupt nicht wissen. will ich auch garnicht wissen. ein grund mehr zurück nach argentinien zu gehen. aus einem leben herausgerissen zu werden ist nicht einfach. für mich wurde dort auf pause gedrückt. nun ist dieser pause-knopf dort ein leben - voll irrsinig intensiv, so voller energie, gefüllt mit einzigartigen eindrücken - und wartet darauf wieder betätigt zu werden. doch erstmal wieder ankommen in deutschland. viele eindrücke, viel zu viele eindrücke die ersten beiden tage. alles nicht so einfach, kulturschock ist deutlich grösser als die ankunft in argentinien. fährt man hier nach so einem jahr durch die strassen, denkt man, man fährt durch eine perfekte welt. es gibt einfach alles, die menschen sehen gut aus, die autos glänzen, die strassen sind gefegt. ich kann verstehen warum so viele augen dieser erde fälschlicherweise auf unseren lebensstil, unsere kultur schauen. doch bei den politischen diskusionen über die wahl, beim hinhören worüber die menschen auf der strasse streiten, beim schauen in so manchen wohnzimmer, merkt man es,es ist keine perfekte welt. reichtum macht vieles komplizierter. und reichtum macht vergesslich. eine der grössten unterschiede die mir aufgefallen sind: deutschland ist eine unglaublich moderne gesellschaft. das traditionelle leben aus chilecito, mit so vielen sachen, die von gross-gross-eltern weitergegeben wurden und die dort heute noch jedes kind weiss. musik. tanz. die sicht auf das leben.werte. hier gibt es "leider" nur noch das lambertussingen, was die kinder jetzt jeden abend singen. doch es hat auch viele schöne dinge wieder hier zu sein. die familie. die freunde. das grün des
schönen münsterlandes. die riesige auswahl beim essen. so viele kulturelle veranstaltungen. viel, viel kunst gibt es hier. und letztendlich war es auch wieder ein inneres ankommen. in meine heimat.in meine kultur.in meine wurzeln.in meine eigene hand. schaue auf die neue falte in meiner hand und denke mir, wie gut sie dort in meine hand passt...und schliesse meine hand wieder.   

neue fotos von den letzten tag gibts auch noch!  

5.9.09 19:19

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