öffne meine hand und sehe etwas, was vorher noch nicht da war: eine neue falte in meiner handfläche. sehe die falte und denke mir, dass die letzten tagen in argentinien von einer inneren unruhe geprägt waren. noch meine freunde alle sehen, die dem weggehen wehmütig entgegenschauen. noch meine familie sehen, die traurig ist, weil nun ein echter Gaetan einfach so weggeht.noch die kinder sehen und sich fragen, wann wirst du diese wieder sehen. wenn die wüssten, wie es dort aussehe wo ich hingehe. wie schwer es ist sie nicht mehr jeden tag zu sehen. für sie war es nur ein kurzer abschnitt ihres leben. vielleicht ist was hängen geblieben, vielleicht konnte ich wirklich was weiter geben an die zukunft argentiniens. wo all diese kinder stehen werden, dass kann man überhaupt nicht wissen. will ich auch garnicht wissen. ein grund mehr zurück nach argentinien zu gehen. aus einem leben herausgerissen zu werden ist nicht einfach. für mich wurde dort auf pause gedrückt. nun ist dieser pause-knopf dort ein leben - voll irrsinig intensiv, so voller energie, gefüllt mit einzigartigen eindrücken - und wartet darauf wieder betätigt zu werden. doch erstmal wieder ankommen in deutschland. viele eindrücke, viel zu viele eindrücke die ersten beiden tage. alles nicht so einfach, kulturschock ist deutlich grösser als die ankunft in argentinien. fährt man hier nach so einem jahr durch die strassen, denkt man, man fährt durch eine perfekte welt. es gibt einfach alles, die menschen sehen gut aus, die autos glänzen, die strassen sind gefegt. ich kann verstehen warum so viele augen dieser erde fälschlicherweise auf unseren lebensstil, unsere kultur schauen. doch bei den politischen diskusionen über die wahl, beim hinhören worüber die menschen auf der strasse streiten, beim schauen in so manchen wohnzimmer, merkt man es,es ist keine perfekte welt. reichtum macht vieles komplizierter. und reichtum macht vergesslich. eine der grössten unterschiede die mir aufgefallen sind: deutschland ist eine unglaublich moderne gesellschaft. das traditionelle leben aus chilecito, mit so vielen sachen, die von gross-gross-eltern weitergegeben wurden und die dort heute noch jedes kind weiss. musik. tanz. die sicht auf das leben.werte. hier gibt es "leider" nur noch das lambertussingen, was die kinder jetzt jeden abend singen. doch es hat auch viele schöne dinge wieder hier zu sein. die familie. die freunde. das grün des
schönen münsterlandes. die riesige auswahl beim essen. so viele kulturelle veranstaltungen. viel, viel kunst gibt es hier. und letztendlich war es auch wieder ein inneres ankommen. in meine heimat.in meine kultur.in meine wurzeln.in meine eigene hand. schaue auf die neue falte in meiner hand und denke mir, wie gut sie dort in meine hand passt...und schliesse meine hand wieder.   

neue fotos von den letzten tag gibts auch noch!  

1 Kommentar 5.9.09 19:19, kommentieren

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und was wirst du vermissen, wenn du wieder in deutschland bist?euch alle. die siesta. die folklore. die ganzen abendene. die kinder vom comedor. die berge. die einfachheit des lebens...boahr, weisst du noch den duft von den unglaublich frischen pfirsichen, der im sommer beim vorbeifahren von ueberladenden lkws durch die strassen chilecitos zog??oder die nachbarin, die mir gestern aus ihrem garten ein paar orangen und mandarinen ruebergeworfen hat, sodass der hunger dannach nur viel groesser war. der wein, der der lechzenden zunge zeigt, was eine rote traube alles zu bieten hat. wobei die zunge nicht nur die traube schmeckt. sie schmeckt die feuerheissen sommer, die unzaehlbaren asados, den mate mit seinen minz oder zitronenblaettern. die gitarre, die trommel und die leidende stimme, die zusammen die folklore ergeben und von der einzigartigkeit dieses tales singt, davon wie richtig und schoen es ist, sich am fusse des berges famatinas in den schatten eines olivnebaumes zu setzten und einen mate mit guten freunden zu trinken. das dies der eigentliche grund ist zu leben. die momente zu teilen. das man so einfach vollkommen gluecklich sein kann. und ich denke, dies schmeckt die zunge sehr. und ich denke, das schmeckt der zunge sehr. und die zunge will mehr. nicht den wein, sondern die geschmaksknopsen weiter offen zu halten. den geschmack ab zu speichern. in die zunge zu legen. und mit nach deutschland zu nehmen. vaddern war da. ein bischen auf den spuren von seinem sohn aber auch auf eigenen spuren. 2 wochen hier sein ist wie ein tropfen wein auf der zunge. ein jahr wie ein glas wein auf der zunge. ein leben muss wie eine flasche sein. und haelt man sie hoch sieht man hinter dem dunklen saftigem rot die sonne glitzern. und ich halte die flasche still. doch der blutrote wein bewegt sich. und es tut gut dazu stehen, die kinder vom comedor zu sehen, die manchmal voll mit tueten von rosinen kommen. dank finanzieller hilfe bekommen wir endlich einen fussboden in den comedor. erst jetzt wo es allmaechlich dem ende zu geht, veraendert sich der bezug zu dem fussboden, dem chilecitenischen boden noch einmal. aber nicht nur zu chilecito oder argentinien. sonder zu ganz suedamerika. warum koennen hier so viele jugendliche die traditionellen taenze tanzen?sei es zu folklore aus bolivien, brasilien oder kolumbien. warum kann man sich da einfach nur neben setzten und anschauen wie unglaublich schoen sie sich zur musik bewegen koennen?oder einfach mit tanzen. man bekommt einen anderen bezug zur europaeischen kultur. nicht nur wie sie ist. sondern was sie kann,nicht so gut kann und was sie mit den menschen macht. sei es positiv oder negativ. es ist schoen zu wissen, dass sich die menschen hier mit etwas identifizieren und gleichzeitig offen sind. eine der wenigen guten sachen, die kolumbus auf diesem kontinent verursacht hat. die weintraube hier hin zu bringen. die rote weintraube hier hin zu bringen. so kann man bald schon die tage zaehlen und sich wundern wo das jahr eigentlich geblieben ist. bis einem klar wird, dass das jahr nicht vergangen oder weg ist. sondern in den koepfen der netten leute und dem eigem kopf steckt. und das ist gut zu wissen. denn da geht es nicht mehr so schnell raus. dafuer geh ich jetzt aber raus. das wars auf wiedersehen. fuers augo gibts noch ein paar fotos unterm schon genannten link!viele gruesse euer jochen

2 Kommentare 14.7.09 04:54, kommentieren

und dann geht das ganze doch noch weiter.hab aber auch nicht gedacht, dass es enden wird. das mit den argentiniern. das mit argentinien. dieses formbare, klebende, geraeuschsintesive aber geruchslose etwas, das wie ein stueck plasma mit leben hier im raume vor mir schwebt. was heisst denn hier, wo ich eigentlich bin. alles was ich weiss, dass ich gerade in buenos aires bin. ich sitze im 12 stock eines riesigen gebaeudes. es ist nacht. ist es nacht?zumindest ist es dunkel. draussen blinkt es in allen formen und groessen.blitze.schreiende menschen die nur so tun als ob.bremsende busse. uhrzeit egal. wir sind in der stadt. schleichen zwischen haendywerbungen, weggeworfenem und ab und zu flattert mir ein rennender arm ins gesicht. es tut weh. doch es tut gut. nach der ohrenschmwerzenden ruhe des dorfes, wo man mittlerweile alles ueber jeden weiss, weil die berge doch irgendwie jedes geraeusch, jedes gerede und selbst die ruhe der siesta wiederhallen. ein paar regentropfen sind auch gefallen. aber nie haette ich gedacht die stadt zu vermissen. doch, ich habe es getan. ich habe es wirklich getan. zwischen all dem schrecklichen was die stadt zu bieten hat ist es mir erst genau das aufgefallen. die unterschiede sind gravierend doch gleichzeitig auch aushaltbar und absolut angenehm. sie sind tolerierbar und gleichzeitig auch anklagend. und machen die drastischen unterschiede dieses landes klar. wo sind die guten argentinier, die unverzichtbar ihre siesta schlafen?in buenos aires gibt es sie nicht. wo sind die alten familienbetriebenden lomitos-schmieden, die deinen zerrenden hunger in magenueberfordernde sattheit wandeln?in buenos aires gibt es sie nicht. wo sind die geschaefte, wo man alles anschreiben lassen kann, weil man sich kennt?in buenos aires gibt es sie nicht. wo ist das halbfaule, chaotische vorsich hin sein, was die argentinier "arbeit" nennen hin?hier gibt es das jedenfalls nicht. wo sind die leute hin, die einen zutexten, weil man einen aktzent hat und ein bischen anders aussieht?hier gibt es kein interesse. und wo sind die leute, bei denen alles schief geht aber doch alles gut ist, weil heute die sonne scheint??ich habe gelernt zu verstehen, warum buenos aires und der rest des landes sich nicht moegen. unterschiede emotonieren. vielleicht schwebt wegen dem glas wein jetzt neben mir dieses stueck. eigentlich ist es garkein plasma. es ist die einbildung irgendwas handfestes zu haben. das man mitnehemn kann. nach deutschland. sich etwas vorstellen zu koennen. aber es ist eher abstrakt. selbst das zu beschreiben, was man  fuehlt, sieht, jede umwandlung in worte ist hier zerhackte abstraktion. doch es ist keine intriege auf dem schlachtfeld der abstraktion. ein fleischer versucht auch die ganze kuh zu verwenden. habe ich deswegen hier schon gekochtes kuhhirn auf keksen geschmiert angeboten bekommen?na das ist nun eine ganz andere frage. ich glaube ich bin ein bischen zu weit abgeraten, dabei wollte ich mir gerade einen mate machen. das fehlen von heizungen jedenfalls macht es, dass weniger kinder zum comedor kommen, weil die menschen hier im winter nicht aus dem haus gehen. denn es ist kalt. trotzdem kochen wir immer froehlich vor uns hin, mit lebensmitteln, die wir auf dem markt gespendet bekommen. wir kochen fuer 10 - 15 kinder immoment. es macht spass. meine geburtstagsfeier war nett. mit gruenen hueten und einer feder. weil bayern deutschland representiert.weil wir bei musik hoch springen und ineinandergehakt mit den armen schaukeln.aber das ist wieder ein anderer cumbia.machts gut!!!viele gruesse und schon bis bald!!!euer jochen fotos gibts es wie immer ein paar neue.

4 Kommentare 11.6.09 04:26, kommentieren

ein monat voller neuer erlebnisse, aber alles ein bischen mas tranquilo. die letzten tage vor ostern habe ich alleine mit einem freund von hier die kinder betreut, wir haben ostereier selber gemacht, was nicht nur ein sehr kreative sondern auch leckere angelegenheit war. dannach haben wir die kinder in 2woechige comedor-ferien entlassen, weil alleine ohne hilfe man den comedor nicht leiten kann und nach den 2 wochen die ankunft der neuen freiwilligen anstandt.also habe ich die gelegenheit genutzt mir noch ein wenig fuer ein paar tage das eindrucksvolle land argentinien an zu schauen. dieses land ist wirklich verrueckt. salzsee, beeindruckende berglandschaften, karges altiplano (hohe andengegend) sind nur 2 autostunden von tiefem dschungel und nebelwald entfernt. alte inca-kultur und -gesichter vermischt mit vielen europaischen einwanderern, bolivianischen mestizen und dem lockeren lebensstil des dschungels. so ist der nordosten argentiniens. aber schnell drohte schon die naechste katastrophe, es scheint als sei BARRICK GOLD nun zu allem bereit mit maschinerie in die tiefen der berge ein zu stechen und den argentiniern, die sowieso mehr oder weniger haben, alle uebrigen rohstoffe zu klauen und eine zerstoerte umwelt zu hinterlassen. dank der tatkraeftigen unterstuetzung der kompletten bewohner chilecitos wurde dies aber in einem "nachtumzug" verhindert. dieser "nachtumzug" schlug weite wellen hintersich, friedensnobelpreistraeger, umweltschuetzer, schauspieler, cineasten, schriftsteller, schlichtweg, aus allen teilen argentiniens kamen anrufe und mails nach chilecito um das volk hier zu unterstuetzen. sehr beiendruckend. so kam auch ein fernsehteam aus england zu uns und hat eine dokumentation ueber chilecito und seinen kampf fuer ein leben in einer intakten lokalen umwelt gedreht, welche europaweit ausgestrahlt wird, den genauen termin und kanal werde ich noch bekannt geben. in argentinien spielt sonst alles verrueckt, die kriminalitaet steigt ins unermaessliche, die inflation schlaegt um sich, durch eine starke duerre wurden ein teil der agrarproduktion beschaedigt, es gab eine dengue-fieber epedemie, unteranderem auch in chilecito, und am 1ten mai war die unfallquote ueberraschend um 33% gegenueber allen anderen feiertagen gefallen.das hat dann doch alle gewundert. also alles bis auf das mit der unfallquote normaler arge
ntinischer alltag.
seit einer woche geht also alles wieder seinen normalen weg, der comedor hat neu angefangen, die naira, die neue freiwillige ist gekommen und so kochen, spielen, malen, basteln und freuen wir uns gemeinsam mit den kindern. gestern waren wir hier auf dem "send" mit 30 kindern und durften alles umsonst benutzten!der send sieht hier allerdings ein bischen anders aus, das riesenrad reicht dafuer, den kirchturm chilecitos zu sehen. das ein oder andere projekt mit den kindern ist in planung und liegt noch vor uns. bis vor kurzem war es noch schoen warm, doch es macht sich der herbst mit kalten naechten und angenehmen temperaturen am tage bemerkbar. der sommer geht, die siesta bleibt. der winter kommt. die siesta bleibt. und das ist auch gut so. denn wenn man nach der siesta mit der familie am tisch bei einem gemuetlichen mate sitzt, alle ein bischen verschlafen sind und man den abend so kommen laesst,sieht die welt dann doch erstmal ganz anderes aus und alles andere scheint fern......ich wuensche euch alles gute!!!!euer jochen  

 

  ach.wie immer koennt ihr am rechen bildrand mit der linken maustaste auf fotos gehen und schauen, wie man die welt hier vervisualisieren kann.

2 Kommentare 8.5.09 17:41, kommentieren

hola gente!
2 monate vergangen. via aire vom verrueckten argentinien nach dem schoenen ecuador gekommen. ecuador ist gruen, klein und bestueckt mit netten viele sachen zum machen. vulkan, aktiv, inaktiv, regenwalt, gletscher, tropische, trockene kueste, riesie berge und das aufgefuellt mit einem netten volk und den sachen, die ein volk so ausmachen. mit freunden rumgereist und das viele reisen genossen, das dort nochmal ganz anders ist. die buse haben schoene namen, wie trans-amazonico, das bier ist leider nicht so schoen gekuehlt wie im heissen chilecito, aber dafuer sind die saefte schoen und frisch gepresst und die traditionelle kleidung des volkes ist schoen anzuschauen. ausserdem sprechen die ecuadorianer ein anderes spanisch, die betonungen sind anders und mein argentinischer akzent wird von den anderen freiwilligen als lustig empfunden.nach einer kurvenreichen reise wollte ich meine freundin in quito am montag morgen um 9 uhr am hauptplatz treffen, was eine naive idee war, denn so einfach ist das hier nicht mit dem puenktlich sein. und nicht nur wegem dem alter der buse und der busfahrer. zu 2 reise fortgesetzt, an der kueste, haengematten aus fischernetzen mit lockerleichtem brasilienflair.kultur in einer stadt namens cuenca gefunden und die besten riesenposter von ecuador abgestaubt und sie 1 tag spaeter am busterminal vergessen. voller zeitdruck nach peru gereist, was sich an groesse schon unterscheidet, die trachten haben andere farben, die charaktere auch. mit in einer stadt namens piura getauschten schuhe nach lima gereist um zu entdecken, dass die schuhe zu gross sind und weh tun. also schuhe aus und weiter. auf und jacke naehen lassen, damit nach cuzco, schoenste stadt, an
der haustuer von machu picchu. dort hoch, bei sonnenaufgang da, den tag ueber mit argentinier mate getrunken und den ort genossen. die anfahrt nach la paz (bolivien) beieindruckend, sehr beieindruckend, schon 1 1/2 stunden vorher sieht man das monstrum namens La Paz am Himmel in Form von Licht. Dann kommt man ueber eine riesen kante und aufeinmal liegt ein
gewaltiges lichtermeer untereinem---->gaensehaut. die naechte bei der familie eines freundes in El Alto verbracht. sehr schoen und endlich mal ruhe. das mit kreativitaet genossen und chaotische heimreise angetretten und nach 48 stunden in chilecito am mittagstisch sitzen und merken, dass hier "komischerweise" nichts passiert ist. so ist das in den doerfern in den bergen.

 das warnur ein kleiner eindruck meiner reise, von quito (ecuador) ueber peru nach La paz (bolivien). wie ihr merkt, fehlt viel, aber das wuerde den rahmen spraengen. das verrueckte ist, um so weiter man von deutschland weg ist, umso besser lernt man es kennen.und ich glaube ich kenne es jetzt wesentlich besser als vorher. das gleiche ist mir jetzt auch waehrend der reise mit argentinien passiert.waehrend ich nicht hier war, habe gemerkt, wie gut mir das argentinische volk gefaellt, wie nett, offen und gastfreundlich hier die menschen sind - und vorallendingen - wie vorurteilslos und chaotisch. es gibte aber auch viele schoene dinge, die es in ecuador, peru und boliven gab, die es hier leider nicht gibt, die fruechte, atemberaubend, die viele inca-tradition, schoen und allgemeine gefuehl, in einer ganz anderen kultur zu sein. denn nicht nur die gesichtszuege sind in argentinien europaischer.

seitdem ich wieder in chilecito bin, habe ich mit meiner arbeit fortgesetzt. im comedor arbeite ich jetzt nur noch mit der
Kaddy, einer anderen freiwilligen, und wir kochen mittags das essen fuer die kinder und spielen dannach bis zum nachmittag
mit ihnen. bald wird auch die kaddy gehen und ich werde den comedor erstmal alleine weiterfuehren und dannach mit einer
neuen freiwilligen weiterarbeiten. die kinder sind sehr zufrieden und kommen sehr gerne. das ganze dorf kennt uns schon. das
ist schoen, dass es den comedor im kleinen vorort von san miguel gibt, denn man kann sagen, dass ist sowas wie eine kindergruppe, denn die kinder treffen sich jeden tag, nach der schule essen zusammen, kochem mit uns, wir putzen jetzt auch
immer jeden tag die zaehne, machen mit uns ausfluege und spielen jedes erdenkliche spiel was es gibt. das ist gut. am dienstag war hier feiertag und von den "asambleas" aus haben wir einen auftakt am plaza principal gemacht und den ganzen platz mit zeitung ausklebt und eine ausstellung ueber den Bergbau in Chilecito gemacht. Dazu gabs livemusik und dokumentationen zum gucken. wer das alles sich vors auge fuehren will, was wir hier und ich dort gemacht haben, der kann gerne auf die fotos einen blick werfen in dem er am rechten bildrand ein klich auf fotos macht. also wuensche euch alles gute!euer jochen

1 Kommentar 25.3.09 07:00, kommentieren

in chilecito ist ferienzeit. das merkt man nicht nur an der menge an menschen die in meinem haus zu gast sind, sondern auch das die menschen weniger arbeiten als sonst. selbst die tageszeitung "diario chilecito" hat sich jetzt mal einen monat urlaub genommen. der "sehr" informiernde fernseher der hier immer fleissig laeuft zeigt bilder der argentinier wie sie urlaub machen, wobei ich ernsthaft das gefuehl habe, die nachrichten sind wiederholungen, achja und irgendwann waren dann da bilder von dem neuen praesidenten der staaten zu sehen. zu den ganzen cousins und cousinen, schwieger-schwaegern, tanten und onkels (wie ich erfahren habe mein "opa"hier hatte 12 geschwister, meine "oma" zwei ehen, mein "vater" hat 7 geschwister, was dazu fuerht das sich  alle grosscousins sich garnicht kennen, und man den verdacht hat, der fleischer und der zeitungsverkaeufer sind entweder miteinander oder mit der familie "gaetan" verwandt), ist auch noch ein ganz kleines neugeborenes hinzukommen: meine neue gastschwester, die gerade in dem moment geboren worde, als wir die kueche renoviert haben.und ich werd verrueckt, selbst im krankenhaus laufen verdammte strassenhunde banden rum. wenn sie raus wollte, weil es im bauch der mutter zu warm geworden ist, was ihr in 15 min gelungen ist, war es die flasche entscheidung, denn nach einer sehr schoenen woche, ohne grosse hitze, aber mit bestem nordeuropaeischen sommer,zeigte das thermometer gestern um 7 uhr abends 45 grad im schatten an, was mein neuer persoenlicher rekord ist. der naechte hier sind lauwarm, die sikotheken openair, die ventilatoren drehen sich tag und nacht fleissig, endlich auch in meinem zimmer, und ab und zu schickt das schneebedeckte gebirge uns eine erfrischung in form von wackeldende waenden durch donner und schoenen, aber angsteinfloessenden lilanen blitzen vorbei. habe angefangen fussball zu spielen, wobei das training um 23:30 anfaengt, weil es von der hitze her einfach eher nicht geht. im garten riecht es herrlich nach wein und man brauch nur mit offenen mund durch den garten rennen und mit ein bischen glueck kriegt meine einer der dicken fetten reeben in den mund gelegt. pfirsiche, fuer die "lecker" nur ein fantasievolles, geradezu abstraktes wort waere, esse ich hier sehr gerne. meine ausstellung ist gut zu ende gegangen,viel lob bekommen, die eroeffnung mit viel argentinischer folklore und ein paar  gekuehlten getraenken gefeiert. 3 radio interviews habe ich gegeben und das fernsehen war auch da!!!juchu. das fernsehen hat dann leider darauf eine woche gestreikt (also unerlaubt bezahlten urlaub genommen) somit habe ich den beitrag immernoch nicht gesehen. nebenher noch bei meinem vater im kochservice gearbeitet, d.h. an 3 wochenende fuer jeweils 150 leute kochen, was ohne argentinisches normales vollchaos unmoeglich ist. der comedor fuer die kinder, ist jetzt wegen der hitze am morgen, die kinder kommen noch fleissig, und jeden tag kochen und backen wir was. das projekt ist sehr gut, vorallendingen, weil wir den kindern ein richtiges fruehstueck geben koennen, weil die argentinier mit essen am fruehen morgen nicht so klar kommen (es besteht nur aus dem Mate-Tee und kleinen Brotstueckchen, wenn es ein fruechstueck gibt)Im Comedor gibts auch endlich ventilatoren, die spiele wandern mit den schatten der baeume, den sonst verbrennt man sich die fuesse. es gibt auch endlich eine internetseite, die ihr unter LINKS findet. dann war ich noch eine woche zwischen durch krank, aber das hat sich wieder alles eingeraenkt. morgen werde ich anfangen ein paar sachen fuer meine reise zusammen zu suchen, denn am sonntag gehts ab ins flugzeug, nach ecuador, von wo aus ich mit meiner freundin, ueber peru und bolivien wieder nach argentinien reisen werde. dann ist verwunderlicherweise auch schon mehr als die haelfte des jahres um, wobei ich doch gerade mal zwei wochen hier bin oder?oder war es mehr?

5 Kommentare 26.1.09 07:49, kommentieren

weihnachten 08

moin leute!!!

also, ich weiss das hat ein bischen gedauert, aber es war einfach so viel los, ist soviel passiert und ich war sehr viel unterwegs, sodass zum schreiben einfach leider keine zeit war. zunaechst einmal die schule ist seit dezember weg, ferien, juchu endlich, weil es war am ende doch sehr anstrengend die hitze, die kinder waren unruhig, die 3monatigen ferien standen vor der tuer, da hatten alle nicht mehr so viel konzentration. aber wir haben das alles gut beendet, die schueler sind zufrieden nach hause gegangen und wissen hoffentlich nun wie sie auf englisch zaehlen, farben sagen, tiere benenen koennen. nebenher fuer die gleichen kinder kochen, mit ihnen spielen, adventskalender gemacht, gebastelt und rally durchs dorf gemacht. das war ganz nett, weil nun weiss ich wo sie alle wohnen denn sie wollten es einem umbedingt zeigen. verfolgt wurden wir hier von den ueblichen strassenhundbanden, die es hier gibt, dass heisst so 5-6 bellende hunde die einfach einem hinterher rennen und angststimmung verbreiten. die kommen auch an, wenn man fahrrad faehrt und am ende hat mich letztens so ein viech gebissen, weswegen ich nun noch mehr angst vor diesen hunden habe, weil wenn so ein bellender schaeferhund auf einem zu gerrant kommt, kann man sich nicht gerade lachend freuen. aber gewoehnunssache. dann habe ich die kunstszene von chilecito kennengelernt, was ein paerchen und zwei alte herren umfasst, die alles sehr freundlich sind und zusammen berreiten wir gerade ein vorstellung auf die am montag anfangen soll, aber eigentlich auch nicht so richtig, oder doch dienstag?ohje jetzt sind die flyer schon gedruckt, naja wir werden mal sehen. so laeuft das hier. ich werde einige fotos ausstellen. das wird gut. dann bin ich 2 wochen im auftrag von der arbeit durch den norden des landes gereist, vielleicht auch endlich mal zuverstehen warum das land so ist wie es ist, weil das garnicht so einfach ist. das problem, ein argentinier hats mir erklaert, sie selber verstehen das auch alles nicht so richtig, warum sie so sind. da wusste ich natuerlich auch nicht so recht weiter, aber es gut sich mit den menschen hier zu unterhalten. ich war 4 tage auf einer versammlung, aller buergervereinigungen des landes haben sich getroffen, eine art festival, tagsueber diskussionen, workshops und alles, abends dann immer eine strasse gesperrt, was alles sehr chaotisch war, aber so macht man das hier um aufmerksamkeit zu erregen. einfach auf die zentralste kreuzung gesetzt, musik gemacht, mate getrunken und feuerspucker waren auch mit dabei. dann auf dem rueckweg hat sich der ganze demonstrationszug in einem wohnviertel verlaufen, aber so sind die argentinier. viele leute kennen gerlernt, verrueckte leute, normale leute und leute die von beidem etwas haben. adressen ausgetauscht und weiter zu der versammlung aller deutschen freiwilligen in einer anderen stadt, das war gut. ausgetausch, reflektiert, diskutiert. zwischen durch noch strassenkuenstler begleiten, lernen wie sie leben, es gibt von denen soviele die hier durchs land, durch suedamerika ziehen und nur von dem leben, was sie auf der strasse, an ampeln auffuehren oder verkaufen. am ende der reise noch eine andere freiwillige besucht, heiss, ziemlich heiss, aber endlich mal gruen, waelder, fluesse, lagune, schwimmen, regen. wieder viele neue leute kennengelernt, ausfluege aufs land gemacht und auf einer abschlussparty der BWL-Studenten die andere seite des landes kennengelernt. 5 stunden Cumbia (Suedamerikanische Musik) zu der Menschen im Anzug tanzen, was fuer mich sehr komisch wirkte, weil ich Cumbia nur aus anderen Kreisen von Menschen kannte. Am 23.12 morgens angekommen, ab zu den kindern vom Comedor, am 24ten auch, huepfburg organisiert und die kinder haben sich tierisch gefreut. Weihnachten war hier Sylvester, um 24uhr anstossen, umarmen, kuessen, boellern, sich fuer das Jesuskind freuen.  Dannach gross essen und irgendwann in die Disko mit allen und 5 Stunden Cumbia hoeren. Gestern am 25ten kamen dann Kinder und haben die Krippe besungen (Krippen sind hier das Symbol von Weihnachten, mit dem Jesuskind, was von allen gekuesst wird), Geschenke waren eher Nebensache, sie lagen unter dem Plastikbaum, der feuchtfroehlich in bunten farben vor sich hinblinkte. So hatte ich eigentlich nur am 24ten einmal das gefuehl von weihnachten, was am 25ten auch schon wieder weg ist und heute ist wieder alles wie immer.und nebenher mit den Asambleas das gebirge bewacht, ueber nacht dort geblieben und in ewigen gespraechen stecken geblieben. das war so ungefaher ein schnell durchlauf des letzten montas, aber eigentlich ist noch viel mehr passiert, ich kanns nur nicht alles beschreiben. n wenn ihr irgendwas wissen wollt meldet euch (burger.jp@web.de), wuensche euch einen guten rutsch, ihr werdet ja frueher im neuen jahr sein als wir hier. dafuer haben wir sommer. hehe. euer Pedro! (jochen)

27.12.08 03:24, kommentieren